+ Alles rund um den Energieausweis +

Jeder, der eine Immobilie verkaufen oder vermieten will oder gegebenenfalls eine energetische Sanierung seiner Immobilie vorsieht, sollte sich mit dem Energieausweis beschäftigen. Hier erhalten Sie alle Informationen rund um den Energieausweis: Welchen man braucht, woher man einen bekommt und was man sonst noch alles wissen sollte.

Zuerst zu den rechtlichen Vorgaben: Laut der Energieeinsparverordnung braucht jeder Verkäufer oder Vermieter einen gültigen Energieausweis; unabhängig davon, ob Sie die Immobilie selbst nutzen oder diese ausschließlich zum Verkauf oder zur Vermietung erworben haben. Denn der Energieausweis dient dazu, sich einen schnellen Überblick über den Zustand der Immobilie und dessen energetische Daten zu verschaffen. Außerdem muss er unaufgefordert schon vor dem Abschluss eines Miet- oder Kaufvertrags vorliegen. Langjährige Mieter haben keinen Anspruch auf den Energieausweis, aber bei einer Neuvermietung wird stets eine Kopie des Ausweises an den Mieter ausgehändigt.

Allerdings gibt es den Energieausweis betreffend auch Ausnahmen. So braucht man bei Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen oder Immobilien, die weniger als 50 Quadratmeter Nutzfläche haben zum Beispiel keinen Energieausweis.

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Zudem muss man beachten, dass es zwei Varianten des Energieausweises gibt: Den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis gibt lediglich den tatsächlichen Energieverbrauch der Immobilie an. Beim Bedarfsausweis hingegen wird rechnerisch der theoretische Energiebedarf ermittelt, sodass das individuelle Heizverhalten außer Acht gelassen wird und man einen Vergleich zu anderen Objekten heranziehen kann. Dass der Bedarfsausweis deutlich aussagekräftiger ist, zeigt sich auch bei den Anschaffungskosten: Während man den Verbrauchsausweis ab 20 Euro online, zum Beispiel bei seinem Energieanbieter, erhält und man nichts anderes als seine Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre braucht, kostet der Bedarfsausweis an die 500 Euro oder sogar mehr, da auf Grundlage eines technischen Gutachtens die Energieeffizienz des Gebäudes ermittelt wird. Die Anschaffungskosten trägt immer der Eigentümer selbst, beziehungsweise sie werden im Falle einer Eigentümergemeinschaft geteilt. Dabei ist es nicht erlaubt die Kosten dem Mieter aufzuerlegen.

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Nun stellt sich die Frage, welchen Energieausweis Sie wirklich brauchen. Handelt es sich um einen Neubau oder die Verbrauchsabrechnungen der letzten drei Jahre liegen nicht vollständig vor, dann brauchen Sie einen Bedarfsausweis. Das gilt auch für Gebäude, dessen Bauanträge vor dem 01.11.1977 gestellt wurden, ein bis vier Wohneinheiten umfassen und zudem nicht die Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung erfüllen. Für alle anderen Wohngebäude reicht ein Verbrauchsausweis.

Auch wer einen Energieausweis beantragen darf, ist rechtlich geregelt. In den verschiedenen Bundesländern regelt jeweils das gültige Baurecht die Zuständigkeit bei den Neubauten. Bei älteren Gebäuden, sogenannten Bestandsbauten, gelten bundeseinheitliche Voraussetzungen. Auskunft darüber erhalten Sie über die Energieberatung der Verbraucherzentralen und bei der örtlichen Architekten-, Ingenieurs- oder Handwerkskammer.

Der Energieausweis muss außerdem erneuert werden: Spätestens nach 10 Jahren und immer wenn sich Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen auf die Energieeffizienz der Immobilie auswirken.

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